Carl Spitzweg (München 1808 - 1885 München)

Als Carl Spitzweg, von einem befreundeten Arzt gefragt wurde, dessen Rezepte er in seiner Zeit als Apotheker nur mit Mühen lesen konnte, ob es denn eine sehr grosse Umstellung sei, nunmehr als Maler zu arbeiten antwortete dieser: "Das ist so: Als Apotheker habe ich immer zuerst mit dem Geschmiere und dann mit dem Mischen zu tun gehabt. Jetzt kommt eben erst das Mischen und dann das Geschmiere."

Carl Spitzweg wurde 1808 als zweiter von drei Söhnen des Münchner Grosskaufmanns und späteren Landtagsabgeordneten Simon Spitzweg und dessen Frau Franziska geboren.

Die gehobene Stellung sah der Vater Spitzwegs als Verpflichtung an. So sollte der erstgeborene die väterliche Firma übernehmen, der zweite Apotheker und der dritte Mediziner werden, um so Hand in Hand arbeiten zu können und sich gegenseitig zu unterstützen.

Zunächst folgte der junge Carl dem Anliegen seines Vaters und begann nach Ende der Gymnasiums die Apothekerlehre in der königlich-bayerischen Hofapotheke des Dr. Franz Xaver Pettenkofer, dem Onkel des später zu Ruhm gelangten Chemikers Max von Pettenkofer.

Spitzweg hatte schon seit Kindetagen gerne gezeichnet und der Umgang mit den unterschiedlichsten Charakteren die in der Apotheke ein- und ausgingen hielt er in seinen Skizzenbüchern fest.

Nach Ende seiner Ausbildung blieb er noch ein weiteres Jahr in der Apotheke und wechselte dann in eine andere Apotheke nach Straubing. Dort erschloss sich ihm ein Bekanntenkreis der vornehmlich aus Künstlern der unterschiedlichsten Richtungen bestand. Vor allem den Theaterschauspielern fühlte er sich zugetan, ein Sujet das er in seinem späteren Werk oft verwendete.

Spitzweg kehrt nach München zurück um nunmehr Pharmazie zu studieren. Nach erfolgreich bestandenem Staatsexamen reist Spitzweg nach Italien. Die dortigen Eindrücke hält er in seinen Skizzenbüchern fest und der Wunsch nach einem Künstlerleben verstärkt sich. Den endgültigen Entschluss Künstler zu werden traf Spitzweg während eines Kuraufenthalts in Bad Sulz, wo er sich von der roten Ruhr erholte.

Spitzweg war kein akademischer Maler, sondern ein Autodidakt mit viel Geschäftssinn. Nachdem er einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, beauftragte er Handelsvertreter mit dem Vertrieb seiner Werke, die vornehmlich an Kunstvereine gingen, die zur damaligen Zeit als Interessenvertretung der nicht-akademischen Künstler fungierten und diesen eine Plattform boten. Doch zunächst fand sein Werk keinen besonderen Anklang. Im Jahr 1838 verkaufte er lediglich acht seiner Bilder.

1844 übernahm er eine Tätigkeit als Illustrator für die Zeitschrift "Fliegende Blätter" die bis 1853 andauerte. 1858 zieht er in sein neues grosses Atelier in München. 1865 wir er mit dem bayerischen Michaelsorden geehrt, was ihn jedoch wenig beeindruckt und den Gelegenheitsdichter veranlasst ein Spottgedicht zu verfassen. 1867 nimmt er an der Weltausstellung in Paris mit vier Bildern teil und findet somit auch international Anerkennung. Ab 1871 etabliert er sich mit seinen Werken immer mehr in der Gunst des Publikums. 1875 wurde er in die Münchner Central-Gemälde-Kommission berufen.

In seinen letzten Lebensjahren wird ihm viel Ruhm und Ehre für sein künstlerisches Lebenswerk zu teil.

Wie kaum ein anderer Künstler der Romantik verstand es Spitzweg in seinen überwiegend kleinformatigen Gemälden die Menschen seiner Zeit zu portraitieren. Mit unterschwelligem Witz und Heiterkeit, skizziert er die liebenswerten Eigenheiten bestimmter Berufe und seiner Mitmenschen.

Zur Zeit keine Angebote dieses Künstlers.