Pablo Picasso (Malaga 1881 - 1973 Mougins)

Picasso führte einmal eine Besucherin durch sein Atelier. Dies schaute sich ganz ehrfürchtig des Meisters Werke an, blieb dann vor einem kubistischen Bild stehen, betrachtete es eine Zeit und deutete dann auf einen rundlichen Farbfleck im Bild und fragte, etwas schüchtern und verlegen: "Das Auge?", woraufhin Picasso ihr wohl etwas pikiert antwortete: "Die Uhr, Madame!".

Pablo Ruiz Blasco y Picasso hat mit seinem Werk das Publikum polarisiert, wozu eine weitere Begebenheit sehr schön passt, die nicht nur für das Werk Picassos Gültigkeit besitzt, sondern für alle Künstler und ihre Werke gleichermassen gilt.

Ein Kunstkritiker bemerkte einmal Picasso gegenüber, dass ihm seine Bilder der blauen Periode sehr gut gefielen, aber mit den kubistischen Arbeiten überhaupt nichts anfangen könnte. "Können Sie Chinesisch?", fragte Picasso. "Nein, warum fragen Sie das?", antwortete der Kritiker. "Nun, ich kann auch kein Chinesisch", fuhr Picasso fort. "Aber wenn ich ein chinesisches Buch nicht verstehe, dann gebe ich nicht der chinesischen Sprache die Schuld. Läge mir daran sie zu verstehen, dann müsste ich sie eben lernen."

Picasso wurde 1881 in Malaga geboren und künstlerisches Talent war ihm in die Wiege gelegt, denn sein Vater war ebenfalls Maler und Zeichenlehrer. Der junge Picasso besucht ab 1896 die Kunstschule in Barcelona, an der er Aufgrund seiner glänzenden Aufnahmeprüfung die ersten beiden Klassen überspringen durfte. Angeblich soll sein Vater ihm daraufhin, seine Pinsel gegeben haben und selbst nie wieder malen. 1897 nimmt er weitere Studien an der Academia San Fernando in Madrid auf.

1900 veröffentlichen Zeitungen in Barcelona seine Illustrationen, beginnt seine Werke mit "Picasso" zu signieren und unternimmt seine erste Reise nach Paris. Es beginnt die "Blaue Periode", die 1905 durch die "Rosa Periode" abgelöst wird. Etwa um 1912 Zeit beginnt der vielfältige Künstler mit Radierungen und Stichen zu arbeiten. 1913 verlegt der Kunsthändler Ambroise Vollard die Suite "Les Saltimbanque" mit 15 Radierungen. Er zieht ganz nach Paris und lernt dort seine erste Frau, Fernande Olivier, kennen. Beeinflusst durch afrikanische Kunst und in enger Zusammenarbeit mit Georges Braque beginnt er mit kubistischen Arbeiten. Picasso malt aber auch weiterhin realistische Bilder und entwirft Bühnenbild und Kostüme für das Ballet "Parade" in Paris.

Sein Stil wird ab 1920 zunehmend Klassizistischer. Ab Mitte der 1920er Jahre entwickelt er sich zum Surrealismus hin. Plastiken ergänzen ab dieser Zeit sein Werk. 1936 wird er Direktor des Museo del Prado in Madrid. 1937 zeigt er auf der Weltausstellung in Paris sein wohl bedeutendstes Werk "Guernica".

Ende der 1940er Jahre nimmt Picasso Keramiken und die Lithographie in sein Repertoir auf. Das graphische Werk, das auch Holz- und Linolschnitte und Mischtechniken des experimentierfreudigen Künstlers umfasst, nimmt ab diesem Zeitpunkt eine wesentliche Stellung in seiner Arbeit ein, die vornehmlich in Zusammenarbeit mit dem Atelier Mourlot in Paris entstand. 1958 erwirbt er das Schloss Vovenarque, in dem er bis zu seinem Tod 1973 lebte.

Pablo Picasso war einer der bedeutendsten Künstler, wenn nicht der bedeutendste Künstler des 20. Jahrhunderts, der in seinem langen, produktiven Leben etwa 20.000 Kunstwerke schuf. Er war ebenso auf den geschäftlichen Erfolg seiner Werke bedacht und verstand es schon zu Lebzeiten sich und seine Kunst gezielt zu vermarkten. Wie John D. Rockefeller, hatte Picasso die Angewohnheit auch Kleinbeträge mit Scheck zu bezahlen, weil diese wegen ihrer berühmten Signatur nie eingelöst wurden. Gerne zeigte er sich auch mit kleinen, spontanen Zeichnungen erkenntlich, die er dann auch mal als Trinkgeld verschenkte. Picasso war charmant, witzig, aber auch manchmal etwas schwierig und hatte durchaus seine Freude daran die Öffentlichkeit ein wenig an der Nase herumzuführen.

An dieser Stelle möchten wir auf das „On-Line Picasso Project“ von Prof. Dr. Enrique Mallen und seinen Mitarbeitern von der Texas A&M University in College Station, TX, U.S.A., hinweisen. Das „On-Line Picasso Project“ wurde im Jahr 1997 ins Leben gerufen und stellt zur Zeit eine der umfangreichsten und kontinuierlich wachsenden Informationssammlungen zum Leben und Werk Pablo Picassos dar. Der nachfolgende Link führt Sie direkt zum „On-Line Picasso Project“:

On-Line Picasso Project
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Old Sailor with One Eye Open (Alter Matrose mit einem geöffnetem Auge) (1970)

Radierung und Aquatinta auf BFK Rives.

Blatt 22 (eigentlich ohne Titel) der "156 Gravures / Suite 156"; auch bezeichnet als "13.370" oder "13 Mars 1970".

Editiert durch die Galerie Louise Leiris, Paris, 1975-1977, veröffentlicht 1978.

Masse: 12,4 cm x 8,0 cm (32,5 cm x 25,0 cm).
Nummeriert "2/50" unten links und mit dem Signaturstempel Picassos unten rechts.

WVZ Bloch 1877; Baer 1882.

Zustand: verso Reste alter Montierung, ansonsten sehr gut.

mit Rahmung.

EUR 2.200,00
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