Otto Müller (Liebau 1874 – 1930 Breslau)

Der Künstler Otto Müller zählt im Kreise der Expressionisten insbesondere unter den Künstlern „Der Brücke“, denen er sich 1910 anschloss, zu den ruhigen und zurückhaltenden Mitgliedern.

Otto Mueller wird am 16. Oktober 1874 in Liebau im Riesengebirge geboren, wo er die ersten Jahre verbringt, bevor er 1882 zu seinem Vater, einem Steuerbeamten, nach Görlitz zieht, um dort Volksschule und Gymnasium zu besuchen.

Nach Abschluss seiner schulischen Laufbahn absolviert er eine Lithografenlehre und studiert dann von 1894 bis 1897 an der Kunstakademie in Dresden und wechselt zum weiteren Studium 1899 nach München, verlässt diese jedoch nach kurzer Zeit um sich autodidaktisch weiterzubilden. Er geht zurück nach Dresden und lebt und arbeitet dort an verschiedenen Orten der näheren Umgebung bis er im Jahr 1908 nach Berlin geht. Dort macht er die Bekanntschaft mit Mitgliedern der Künstlergruppe „Die Brücke“, voran Erich Heckel, und wird 1910 selbst Mitglied dieser Künstlervereinigung und wendet sich, zunächst geprägt von Jugendstil und Symbolismus, zum Expressionismus hin.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs, den er als Infanteriesoldat in Frankreich und Rußland erlebte, wurde er 1919 Professor an der Kunstakademie in Breslau, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1930 unterrichtete.

Mit ruhigen, zurückhaltenden Farben schaffte Otto Müller seine für ihn typischen Sujets, die im Gegensatz zu seinen Künstlerkollegen des deutschen Expressionismus, von Zurückhaltung und der Reduzierung der Darstellung ausgehend in ein harmonisches Ineinander von Farben, Ausdruck und Stilistik übergehen.

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