Max Liebermann (Berlin 1847 - 1935 Berlin)
Eine Besucherin sieht sich in Liebermanns Atelier seine Zeichnungen an und fragt: "Sagen Sie bitte lieber Herr Professor, machen Sie das mit einem harten oder weichen Bleistift?" Darauf Liebermann: "Mit Talent, gnädige Frau, mit Talent."
Talent hatte der aus einer Fabrikantenfamilie stammende Max Liebermann zweifelsohne. Parallel zu seinem Studium an der philosophischen Fakultät in Berlin nimmt er Malunterricht. Er geht an die Kunstschule nach Weimar, anschliessend nach Paris wo er Anregungen in den Werken der Naturalisten findet. Sein Weg führt in weiter in die Niederlande, wo er mit der Freilichtmalerei beginnt.
1878 zieht Liebermann nach München, 1884 wieder nach Berlin. 1897 erfolgt die Ernennung zum Professor der Akademie der bildenden Künste in Berlin.
1898 gründet Max Liebermann mit anderen Künstlern die "Berliner Secession", deren Vorsitzender er bis 1911 bleibt, nachdem Kaiser Wilhelm II. und andere Mitglieder der Jury bei der "Grossen Berliner Kunstausstellung" empfohlene Werke, u.a. von Käthe Kollwitz, ablehnen.
Bis zu seinem Lebensende wurden Max Liebermann viele Ehrungen zuteil. Er wurde u.a. 1919 Präsident der Preußischen Akademie der Künste in Berlin.
Liebermann fand in den Werken von Camille Corot, Gustave Courbet, Charles-Francois Daubigny und anderen Künstlern des Impressionismus seinen realistisch und impressionistisch geprägten Stil in Farbe und Darstellung. Neben seinem künstlerischen Werk wurde Max Liebermann auch als Verfasser kunsttheoretischer Schriften bekannt.
Besondere Bedeutung erlangen die Figurenbildnisse, insbesondere die Portraitmalerei, in seinem Schaffen, wobei der Akt eine seltenere Darstellung bei Liebermann ist. Sicher nicht aus Unvermögen, sondern wohl aus einem instinktiven Abstand den Akademien gegenüber, in welchen man dem Akt grosse Bedeutung beimass.
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