Louis Legrand (Dijon 1863 - 1951 Livry-Gargan)
Das aus Dijon nicht nur hervorragende Kunstwerke für Gourmets kommen, sondern auch für Kunstfreunde (wobei das eine mit dem anderen oft einhergeht) unterstreicht das künstlerische Werk von Louis Auguste Mathieu Legrand, der seinen Lebensunterhalt zunächst als Bankkaufmann verdiente und an der Dijon Ecole des Beaux-Arts in Abendkursen Kunst studierte.
Nachdem er 1883 den Devosge-Preis der Akademie gewann ging er 1883 nach Paris, wo er durch den belgischen Symbolisten Fèlicien Rops, dessen Schüler er wurde, nachhaltig in seinem weiteren künstlerischen Weg entscheidend geprägt wurde.
1884 erfolgten die ersten Veröffentlichungen seiner Entwürfe. Bis zum Jahr 1887 tat sich Legrand schwer sein Auskommen mit der Kunst zu verdienen, was sich jedoch änderte, als er begann für den Courier Francais zu arbeiten. Sein Bekanntheitsgrad nahm jedoch erst im Jahr 1891 zu, als er die Zeichnungen für eine Artikelserie von Erastene Ramiro über den Cancan im Magazin Gil Blas illustrierte. Die 60.000 Stück Auflage waren schnell vergriffen. Im gleichen Jahr verbrachte Legrand seinen Urlaub in der Bretagne, aus der die Suite Au Cap de la Chevre entstand, die von dem Pariser Buchhändler und Verleger Gustave Pellet, der auch Graphiken u.a. von Odilon Redon, Paul Signac und Maximillien Luce herausgab, editiert wurde. Diese Verbindung sollte bis zum Tod Pellets im Jahr 1919 bestand haben.
Die Entstehung der Cancan-Serie brachte Legrand stärker mit der Welt des Ballett in Berührung und seine früheren Sujets die er im Pariser Nachtleben und in der Halbwelt um den Montmartre traten in den Hintergrund.
Legrands Ruhm festigte sich in den folgenden Jahren. Im Jahr 1900 erhielt er eine Silbermedaille auf der Weltausstellung. 1904 zeigte der Galerist Georges Petit, neben den bekannten Arbeiten des Künstlers, auch Ölgemälde und Pastelle. Zwei Jahre später wurde er Ehrenmitglied der Ehrenlegion. Ein weiteres bevorzugtes Betätigungsfeld Legrands war die Illustration von Büchern. Der Tod des Verlegers Gustave Pellet war auch ein Einschnitt im Leben Louis Legrands. Pellets Schwiegersohn, Maurice Exsteens, übernahm die Firma, aber die beiden Männer fanden nur wenig Gemeinsamkeiten. Er illustrierte vermehrt Bücher und zog sich zu Beginn der 1930er Jahre nach Livry-Gargan zurück und fertigte noch gelegentlich Illustrationen an.
Louis Legrand fand nie den nachhaltigen Ruhm den andere Künstler des Realismus und Zeitgenossen der Belle-Epoque noch heute erfahren, vor allem Henri Toulouse-Lautrec. Dabei wird gerne vergessen, dass Louis Legrand noch vor Toulouse-Lautrec, das Leben am Montmartre skizzierte.
Gin (1894)
Kaltnadelradierung auf chamoisfarbenem Japan.
Exemplar des 2. Zustands.
Masse: 13,2 cm x 29,0 cm (30,5 cm x 46,5 cm).
Signiert in der Platte und mit Bleistift handsigniert.
Eines von 25 Exemplaren.
Provenienz: Gustave Pellet, Paris (Lugt 1193).
WVZ Arwas A92.
Zustand: vereinzelt etwas wellig, ansonsten sehr gut.
ohne Rahmung.
EUR 1.200,00
(Preis incl. 7 % MwSt. und zzgl. evtl. Versandkosten).
L’Amateur (Le Violiniste et la Danseuse) (1905)
Kaltnadelradierung auf chamoisfarbenem Bütten.
Exemplar des 3. Zustands.
Mit dem Wasserzeichen des Künstlers
Masse: 27,7 cm x 19,2 cm (43,3 cm x 30,8 cm).
Mit der Signatur und dem Monogramm in der Platte sowie mit Bleistift handsigniert und bezeichnet "No 22 - definitif".
Eines von 50 Exemplaren
Provenienz: Gustave Pellet, Paris (Lugt 1193).
WVZ Arwas A254.
Zustand: unterer Rand vereinzelt wellig, ansonsten sehr gut.
ohne Rahmung.
EUR 650,00
(Preis incl. 7 % MwSt. und zzgl. evtl. Versandkosten).


