Lyonel Feininger (New York 1871 - 1956 New York)
Im Jahre 1911 stellte ein damals noch unbekannter amerikanischer Künstler deutscher Abstammung namens Lyonel Feininger in Paris sein Bild "Grüne Brücke" im Salon des Artistes Independants aus. Als Henri Matisse sein Bild neben das von Feininger hängen wollte, zögerte er, betrachte des Nachbarn Bild sehr lange und nahm sein Bild wieder mit. Auf die Fragen seiner Umgebung hat Matisse geantwortet, dass er sein Bild noch überarbeiten müsste, bevor er es einem Vergleich mit dem Feiningers aussetze.
Die künstlerische Begabung hat Charles Lyonel Feininger sicherlich mit in die Wiege gelegt bekommen, als er 1871 als Sohn eines deutschen Künstlerehepaares in New York geboren wurde, denn sein Vater war Geiger und seine Mutter Sängerin.
1887 zieht Feininger nach Deutschland, wo er an der Hamburger Kunstgewerbeschule Zeichnunterricht nimmt. Im folgenden Jahr wir er an der Königlichen Akademie in Berlin aufgenommen.
Seine erste Tätigkeit als Karikaturist nimmt er bei den "Humoristischen Blättern" an, bevor er nach Lüttich geht, um dort seine Begeisterung für die Architektur zu entdecken.
1909 wird er Mitglied der Berliner Secession, nach wechselnden Aufenthalten zwischen Paris, London und Berlin.
Er verlässt die Berliner Secession, wird an das Bauhaus in Dessau berufen und gründet mit Wassily Kandinsky u.a. die Gruppe "Die blauen Vier" die erstmals 1925 in New York ausstellt.
Nach Schliessung des Bauhauses geht Feininger an das Mills College in Oakland, kehrt nach Deutschland zurück, um dieses aufgrund der politischen Lage 1937 endgültig zu verlassen.
Die ersten Werke nach der Rückkehr in die USA sind noch stark von den Erinnerungen an Deutschland geprägt, bevor das Häusermeer von New York zu einem wiederkehrenden Sujet in seinem Spätwerk wird, in dem die Graphik und insbesondere das Aquarell zunehmend an Bedeutung gewinnen..
Lyonel Feininger nannte seinen Stil "Prismaismus", der geprägt war durch eine klare, geometrische Stilistik, die zum einen Elemente des Kubismus sowie des von Robert Delaunay initiierten Orphismus, mit seiner Kreisstilistik und kräftiger Farbgebung, beinhaltet.
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