Paul Cézanne (Aix-en-Provence 1839 - 1906 Aix-en-Provence)
Die Maler Max Liebermann und Eduard von Gebhardt stehen vor Cezannes "Junger Mann mit roter Weste", als sich von Gebhardt empört an Max Liebermann wendet: "Sehen Sie mal diesen entsetzlich langen Arm ! Das ist ja nicht zum aushalten ! Wie kann man nur so einen langen Arm malen. Der Mann hat doch von Anatomie keine Ahnung !". "Beruhigen Sie sich, mein lieber Gebhardt", antwortet ihm Liebermann beruhigend, "der Arm, der is so schön jemalt, der kann gar nich lang jenug sein."
Eine Anerkennung die ihm zu seiner Lebenszeit seitens der Kunstszene und Kritiker versagt blieb, so dass er finanziell von seinem Vater, einem Bankier, abhängig blieb.
Paul Cézanne wurde 1839 in Aix-en-Provence geboren und studierte nach seines Vaters Willen Jura, wobei er nebenbei an der École Municipale de Dessin Zeichenunterricht nahm.
1861 siedelte Cézanne nach Paris über, wo ihn sein aus Jugendtagen stammender Freund Émile Zola mit Cammille Pissarro bekannt machte und er sich dem Studium der Barockmalereie widmete. Er kehrte jedoch noch im gleichen Jahr zurück nach Aix und trat in die Bank des Vaters ein.
Er fuhr erneut nach Paris, wo er im Laufe der Zeit Monet, Renoir, Sisley und Manet kennenlernte. Er kehrte nach Aix-en-Provence zurück, wo er den wesentlichen Teil seiner kommenden Jahre verbrachte
Der Einfluss Pissarros war jedoch für das spätere Werk und seinen eigenen Stil der prägendste Einfluss. Er wandelte seinen Stil dahingehend, dass Komponenten wie die Eigenfarbe des Objekts mit fein gegeneinander abgestimmten Farbnuancen und vor allem die gegliederte, rhythmische Komposition der Darstellung an Bedeutung gewannen. Wozu die folgende Anekdote sehr gut passt, als Cezanne, der als ausgesprochen eigenbrötlerisch galt, einmal in die Farbenwelt eines brennenden Hauses und Heuschobers vertieft war, den hinzukommenden Feuerwehrleuten zurief, sie niederzuschiessen, sollten diese den Brand löschen und damit sein Sujet zerstören.
Die Richtungen der modernen Kunst, im wesentlichen der Kubismus, haben ihm grundlegende Anregungen zu verdanken. Durch die Reduzierung des Motivs auf seine Grundform, erzielte Cézanne eine neue Sichtweise des Betrachters und zählt so zu den Wegbereitern der Kunst des 20. Jahrhunderts.
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