Georges Braque (Argenteuil-sur-Seine 1882 - 1963 Paris)

„Ein Maler, der nicht beunruhigt – was will der überhaupt?“, soll Georges Braque einmal gesagt haben, als dessen Arbeiten auf einer Ausstellung des Jahres 1909 bei der Kritik durchfielen und als "kubische Bizarrerien" bezeichnet wurden.

George Braque war der Sohn eines Anstreichers und Dekorationsmalers aus einem Pariser Vorort, der mit seiner Familie 1890 nach LeHavre übersiedelte. Während des Besuchs des Gymnasiums nahm Braque an Abendkursen der École des Beaux Arts teil. Nach dem Willen des Vaters absolvierte Braque ab 1899 eine Lehre als Dekorationsmaler. Er arbeitet in der Firma seines Vaters und beginnt in Öl zu malen. Im Jahr 1900 setzt er in Paris seine Lehre in einer Malerwerkstatt fort und besuchte, nach seinem Militärdienst, zunächst die Académie Humbert in Paris und ab 1903 die École des Beaux Arts. Er freundet sich mit Marie Laurencin und Francis Picabia an und arbeitet im Atelier von Leon Bonnat an der École des Beaux-Arts. Bereits nach Abschluss seiner Studien nimmt sich Braque 1904 Atelier und beginnt selbstständig zu malen.

1905 beeindrucken ihn die ausgestellten Werke der Fauves im Salon des Indépendants von Matisse und Derain so sehr, dass er im Stil der Fauve weiterarbeitet.

Für die weitere künstlerische Entwicklung waren die Begegnung mit Henry Matisse und Andre Derain, die Bekanntschaft und Zusammenarbeit mit Pablo Picasso ab 1907, als dieser gerade sein epochales, den Beginn des Kubismus ausrufendes Werk "Les Desmoiselles d´Avignon" geschaffen hatte. Aber auch Techniken des väterlichen Handwerks aus seiner Lehrzeit als Dekorationsmaler dienten seiner Formgebung. 1911 malte er das Bild „Der Portugiese“, wobei es ihn reizte Druckbuchstaben mit Hilfe von Anstreicherschablonen in die Komposition einzufügen oder auch mit Rillenkämmen Bart und Haare zu formen. In gemeinsamer Arbeit entwickelten Braque und Picasso den Kubismus, der sich in der Zeit bis 1914 in die Zerlegung eines Sujets auf seine Grundformen konzentriert und lediglich noch in seiner förmlichen und farblichen Struktur wiedergegeben wird.

Durch den Ausbruch des I. Weltkriegs, aus dem Braque 1917 zurückkehrt, trennen sich die Wege von Braque und Picasso. Er setzt seine kubistische Kunst zunächst fort. Ab 1918 arbeitet er mit Juan Gris zusammen und die Farbpalette seiner Arbeit, die sich bislang auf Ocker und Grau konzentrierte, wird breiter. Um 1920 nimmt er eine zunehmend realitätsnahe Malweise auf, wobei Stillleben seine bevorzugten Sujets werden. In seinen Collagen verbinden sich Realität und Abstraktion zu einer neuen Einheit, während er ab den späten 1930er Jahren mehr auf die räumliche Gestaltung zugeht.

Zum Ende der 1940er Jahre wendet sich Braque wieder vermehrt der gegenständlichen Kunst und vermehrt wieder dem graphischen Werk zu, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit dem Lithographen Fernand Mourlot und der Galerie Maeght. Zu dieser Zeit entsteht der Hauptteil seines graphischen Werkes, denn bis 1945 sind lediglich 25 der etwa 200 Blätter entstanden, die Braque geschaffen hat. Populär sind jene Arbeiten, die seine Bilder wiedergeben und insbesondere der fliegende Vogel, als Symbol von Zeit und Raum, gehört zu den bekanntesten, in einer Vielzahl von Variationen, vertretenen Sujets.

Verre et Journal (1914)

Farblithographie auf festem Velin nach einem Gemälde von Georges Braque.

Herausgegeben von Maeght Éditeur, Paris mit dessen Prägestempel u.l.

Masse: 39,0 cm x 28,5 cm (46,5 cm x 36,5 cm).

Nummeriert mit Bleistift unten links „13/30“, mit Bleistift unten rechts signiert.

WVZ Maeght 1050 und Vallier S. 296.

Zustand: sehr gut.

mit Rahmung: silberne Holzleiste mit blauem Passepartout.

EUR 2.200,00
(Preis incl. 7 % MwSt. und zzgl. evtl. Versandkosten).